Experteninterview mit Markus Czerner über das Sportstudium

Wir haben Markus Czerner einige Fragen rund um das Thema Sportstudium, aktuelle Entwicklungen und berufliche Perspektiven gestellt. Markus Czerner ist Keynote Speaker, Trainer und Experte in den Bereichen Sportmarketing, Sport PR und Sport-Sponsoring. Er hat darüber hinaus Lehraufträge an den führendsten Akademien im Sportbusiness. Er hat jahrelang in einer Sportagentur gearbeitet und ist immer noch Geschäftsführer der Agentur Smash und Manager eines Extremsportler. Er schöpft also bei seiner Arbeit als Trainer und Experte aus jahrelanger Praxiserfahrung im Sportbusiness.

Studium-fuer-Sportler: Herr Czerner, sie arbeiten seit 4 Jahren an Hochschulen und Akademien als Dozent und Lehrbeauftragter. Wie sehen Sie die Entwicklung des Sportstudium und der daraus resultierenden Sportstudiengänge?

Markus Czerner: Das Sportstudium hat sich in den letzten Jahren stark entwickelt. Vor allen Dingen hat es sich positiv entwickelt. Die Zahl der Studierenden werden Jahr für Jahr mehr und der Sport somit auf allen Ebenen langfristig professioneller. Auch die Sportstudiengänge sind breiter und flexibler geworden. Es dreht sich nicht mehr alles nur um den Studiengang Sportwissenschaft. Teilbereiche wie Sportmarketing, Sportpsychologie oder auch Sportjournalismus werden jetzt angeboten. Das gibt den Studenten die Möglichkeit, sich früh zu spezialisieren.

Studium-fuer-Sportler: Sie sprechen die Spezialisierungen an. Ist denn nicht besser Allrounder im Arbeitsmarkt zu haben, als Absolventen, die zum Beispiel nur Sportjournalismus studiert haben?

Markus Czerner: Nein. Ich halte es für durchaus sinnvoll und langfristig wesentlich besser, wenn es konkrete Spezialisierungen gibt. Von jedem etwas zu können ist ja schön und gut, aber man kann nichts richtig gut. Und genau das wird von den Arbeitgebern in der Sportwelt verlangt. Einen kleinen Teilbereich richtig gut zu können. In der Regel ist ja auch so, dass das Grundstudium alle wichtigen Bereiche abdeckt und sich die Studenten nach dem Grundstudium dann fachlich spezialisieren können.

Studium-fuer-Sportler: Sie halten viele Vorträge über Marketing im Breitensport und arbeiten, soweit wir wissen, auch gerade an einem Buchprojekt diesbezüglich. Sind hier langfristig neue Arbeitsplätze versteckt? Im Breitensport?

Markus Czerner: Ich hoffe es! Fakt ist: Die Breitensportvereine müssen professioneller werden, um langfristig am Markt bestehen zu können. Dazu wird natürlich zielgerichtetes Fachpersonal benötigt. Aber das Fachpersonal muss auch bezahlt werden und das können die Vereine aktuell noch nicht. Wenn der Breitensport aber mit der Zeit geht und gewisse Strukturen einfach modernisiert, dann sind die Vereine auch interessanter für Sponsoren und das führt zu finanziellen Mitteln.

Studium-fuer-Sportler: Was heisst die Vereine müssen sich modernisieren?

Markus Czerner: Das Marketing der Britensportvereine muss modernisiert werden. Die Zielgruppen für den Vereinssport haben sich verändert. Fast alles spielt sich im Internet und den sozialen Netzwerken ab. Wenn die Vereine nicht anfangen, die Zielgruppe genau hier mit strategisch guter Kommunikation abzuholen, dann wird sich aus meiner Sicht nichts an dem Mitgliederrückgang ändern. Es liegt an den Vereinen selbst.

Studium-fuer-Sportler: Also sehen Sie auch eine hohe Bedeutung für das Online-Marketing?

Markus Czerner: Definitiv. Nicht nur im Breitensport, sondern für die ganze Sportbranche. Große Vereine, allen voran die Profivereine sind hier ja auch sehr gut aufgestellt. Aber besonders die Vereine im Breitensport haben einfach die enormen Möglichkeiten und die enorme Reichweite guten Online-Marketings noch nicht erkannt. Ein Blick auf die Website der meisten Vereine genügt.

Studium-fuer-Sportler: Eine letzte Frage noch. Viele Studenten wissen nicht, ob sie direkt nach dem Bachelor noch den Master machen sollen oder nicht. Können Sie einen Tipp geben?

Markus Czerner: Letztendlich muss das jeder für sich selbst entscheiden. Ich halte es jedoch für sehr sinnvoll, den Bachelor zu machen, Berufserfahrung zu sammeln und dann zu einem späteren Zeitpunkt über einen Master nachzudenken. Ein Master ohne Berufserfahrung bringt meines Erachtens im Sportbusiness reichlich wenig. Viel wichtiger ist die Berufserfahrung.

Studium-fuer-Sportler: Vielen Dank für das Interview! Wir wünschen Ihnen für 2015 alles Gute und weiterhin viel Erfolg!

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